
Allein zu wohnen gehört für viele Menschen in Österreich längst zum Alltag. Laut Statistik Austria gibt es hierzulande mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Einpersonenhaushalte. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach Gemeinschaft bestehen. Eine aktuelle Trendstudie von ImmoScout24 zeigt, dass gemeinschaftliche Wohnformen für einen beachtlichen Teil der Bevölkerung attraktiv sind.
Besonders das Mehrgenerationenwohnen rückt dabei zunehmend in den Mittelpunkt. Gemeint ist nicht zwingend die klassische Großfamilie, die sämtliche Wohnräume teilt. Vielmehr können Großeltern, Eltern und Kinder – oder auch nicht miteinander verwandte Menschen unterschiedlicher Altersgruppen – in getrennten Wohnbereichen unter einem Dach, auf demselben Grundstück oder in unmittelbarer Nachbarschaft leben.
Das Konzept verbindet gegenseitige Unterstützung im Alltag mit sozialem Austausch und ermöglicht gleichzeitig ausreichend Raum für Privatsphäre und individuelle Unabhängigkeit.
nsgesamt können sich 58 Prozent der Befragten vorstellen, in einem Mehrgenerationenhaus zu leben. Für 18 Prozent klingt dieses Wohnmodell sogar sehr attraktiv, weitere 40 Prozent finden es eher interessant.
Das Ergebnis zeigt: Der Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen ist kein Randthema. Für viele Menschen kann ein entsprechend geplantes Haus eine Antwort auf unterschiedliche Herausforderungen des Alltags sein.
Großeltern können beispielsweise bei der Kinderbetreuung unterstützen. Jüngere Familienmitglieder können wiederum Einkäufe, Fahrten oder organisatorische Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig bleiben durch getrennte Wohneinheiten oder klar definierte Rückzugsbereiche die notwendige Selbstständigkeit und Privatsphäre erhalten.

Bemerkenswert ist, dass Mehrgenerationenwohnen nicht nur für ältere Menschen interessant ist. Auch viele junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren können dem Zusammenleben von Jung und Alt einiges abgewinnen.
Zurückhaltender zeigt sich hingegen die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren. In dieser Lebensphase stehen häufig die eigene Familiengründung, Kinderbetreuung und das unmittelbare Zusammenleben mit den eigenen Kindern im Mittelpunkt. Alternative Wohnformen spielen daher offenbar eine etwas geringere Rolle.
Damit wird deutlich: Mehrgenerationenwohnen ist nicht ausschließlich eine Lösung für das Alter. Es kann vielmehr ein langfristiges Wohnmodell sein, das sich an unterschiedliche Lebensphasen und Familienkonstellationen anpasst.
Deutliche Unterschiede zeigt die Studie zwischen Frauen und Männern.
Bei den Frauen bewerten insgesamt 64 Prozent das Mehrgenerationenwohnen positiv. 21 Prozent finden das Modell sehr interessant, weitere 43 Prozent eher interessant.
Bei den Männern liegt die Zustimmung bei insgesamt 51 Prozent. Davon stufen 14 Prozent das Wohnmodell als sehr interessant und 37 Prozent als eher interessant ein.
Die Ergebnisse zeigen, dass flexible und gemeinschaftlich orientierte Wohnformen besonders bei Frauen auf große Offenheit stoßen.
Besonders groß ist das Interesse bei Menschen, die ihre derzeitige Immobilie als zu groß empfinden. Mehr als zwei Drittel dieser Gruppe stehen dem Mehrgenerationenwohnen positiv gegenüber.
Auch regional zeigen sich Unterschiede. Besonders hoch ist die Zustimmung im Burgenland, wo 78 Prozent der Befragten dem Modell positiv gegenüberstehen. In Salzburg liegt der Anteil bei 72 Prozent.
Zurückhaltender fällt das Interesse in Vorarlberg mit 49 Prozent sowie in Wien und Kärnten mit jeweils 54 Prozent aus.
Auffällig ist jedoch, dass Mehrgenerationenwohnen nicht nur in größeren Städten Anklang findet. Auch in kleineren Gemeinden wird das Konzept positiv bewertet.
Text und Studiendaten:
ImmoScout24-Presseinformation „Wohnen im Wandel: Gemeinsam statt einsam“, veröffentlicht am 2. Juni 2026. Grundlage ist eine von Integral Markt- und Meinungsforschung im Jänner 2026 durchgeführte Onlinebefragung von 1.000 Österreicher:innen im Alter von 18 bis 69 Jahren.
Daten zu den österreichischen Privathaushalten:
Statistik Austria, „Privathaushalte“. Für das Jahr 2025 werden 1.633.800 Einpersonenhaushalte ausgewiesen.
Grafik:
Datenquelle: ImmoScout24-Trendstudie von Integral Markt- und Meinungsforschung, Jänner 2026. Grafische Aufbereitung: BSC Immobilien.
Startbild:
KI-generiertes Bild, erstellt mit OpenAI für BSC Immobilien, Juni 2026.
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